Lange Zeit wurde die Piste in Burgebrach von Piloten des Vereins zwar als hügelig, jedoch als herausfordernd und charakterschulend für den Ausbau der eigenen Pilotenfertigkeiten im positiven Sinne angesehen.
Nach dem Motto: Kannst Du in Burgebrach landen, dann kannst Du überall landen!
So entwickelten einige Landefüchse in schnellen Maschinen exzellente Ziellandefertigkeiten, um Ihre Renner in Burgebrach bei allen Wind- und Wetterverhältnissen stressfrei runter zu bekommen.
Jedoch die allgemein gestiegenen Geschwindigkeitsbereiche der Ultraleichtflugzeuge machten es ortsfremden und eventuell zusätzlich unerfahrenen Piloten immer schwerer, entspannt und sauber auf der welligen Piste (speziell der 28) in Burgebrach zu landen, was sich in immer größeren „Abwesenheitszahlen“ und der häufigen dankbaren Ablehnungen einer Einladungen nach Burgebrach bemerkbar machte, da viele Piloten lieber andere Plätze besuchten.
Um dem allgemeinen Sicherheitsgedanken sowie der aktuellen Entwicklung im UL-Bereich Rechnung zu tragen und die Landbarkeit auf der Piste deutlich zu verbessern, fassten im Jahr 2010 einige Vereinsmitglieder um Vorstand Günther Hart den Entschluss, die Piste zu begradigen, zu verbessern und somit den veränderten Anforderungen der modernen Ultraleichtfliegerei anzupassen.
Nachdem auch in einer speziell hierfür einberufenen Mitgliederversammlung die Idee vorgestellt worden war, befürworteten, bis auf einige wenige Ausnahmen, nahezu alle Mitglieder den Umbau, zumal sich noch Vereinsmitglieder fanden, die das Projekt mit nicht unerheblichen Geldspenden unterstützen.
Sodann konnte es an die Planung und Durchführung des ehrgeizigen Projekts gehen.
Vorbereitung:
- Im Vorfeld der Umbaumaßnahmen wurde von einem Bauingenieur der gesamte östliche Bereich der Piste 28 zentimetergenau per Laser vermessen, um die Kosten sowie die benötigten Massen an Auffüllmaterial zu berechnen.
- Ferner wurde die fertige Lage und Neigung der neu zu gestaltenden Piste 28 berechnet und als Grundlage für die weiteren Baugewerke festgelegt.
- Nachdem die Mitteilung an die Luftfahrtbehörde über die Schließung des Platzes verschickt worden war und ein entsprechendes Notam veröffentlicht wurde, begann man sofort mit den Umbauarbeiten.
- Geplante Dauer ca. 4 - 6 Wochen
Durchführung/Inhalt:
- Der komplette östliche Teil der Start- und Landebahn 28 inklusive des Überrollstreifens und des Vorfeldbereiches bis hin zur Halbbahnmarkierung wurden mit schwerem Gerät bearbeitet, um eine homogene Begradigung der Piste 28 bis zur Mitte zu erreichen.
- Es fanden insgesamt Umbau- und Begradigungsarbeiten auf über 180 m Pistenlänge mit einer Breite von bis zu 20 m statt.
- Zusätzlich wurden ca. 1.600 cbm Erde mit ca. 70 - 80 LKW-Zügen angefahren, mit Planierraupen verteilt und verdichtet.
- Unter der Start- und Landebahn konnten im Zuge der Erdarbeiten auch Entwässerungsrohre gelegt werden, wodurch ein schnelleres Ablaufen des Regenwassers gewährleistet und somit eine weitere Erhöhung der Sicherheit erreicht werden konnte.
- Nachdem das angefahrene Material eingebracht, verteilt und verdichtet worden war, wurde ein neues Feinplan für die Oberfläche der neuen Start- und Landebahn nach den vorangegangenen Berechnungen/Plänen erstellt.
- Im Zuge der Bauarbeiten wurde am östlichen Ende der Piste 28 auch eine komplette Verrohrung/Auffüllung eines bestehenden Grabens über die komplette Breite der Start- und Landebahn vorgenommen, womit auch hier ein potentieller Unsicherheitsfaktor neutralisiert wurde.
- In einer gemeinsamen Arbeitsaktion wurde von allen Vereinsmitgliedern die neu angelegte Landebahn von kleinen Steinen und sonstigen potentiell störenden Material befreit, welches sich im angefahrenen Erdreich befand.
- Auch wurden die Bahnmarkierungen wieder zentimetergenau eingemessen und ordnungsgemäß eingebracht.
- Die Neuansaat mit Rasen brachte in der Anfangszeit einige Probleme, da die startenden Flugzeuge mit Ihrem Propellerstrahl den Rasensamen verbliesen. Zwischenzeitlich hat sich diese Situation bis auf einige wenige Stellen durch raschen Grasbewuchs erledigt. An dieser Stelle nochmals Dank an unseren Spezialisten, Manfred Metzner, der sich mit Fachwissen und viel Zeit der Neuanlage der Rasenfläche annahm und durch professionelle Pflege das schnelle Wachstum sicherstellte. Lediglich die anhaltende Trockenheit nach der Aussaat machte temporäre Probleme.
Fertigstellung/Ergebnis:
- Nach Beendigung aller Umbau- und Nacharbeiten, konnte eine weitere Mitteilung an das Luftamt verschickt werden, dass alle Maßnahmen abgeschlossen sind und ein sicherer und geregelter Flugbetrieb wieder aufgenommen werden kann. Nach Erhalt der Freigabe wurde der Platz nach einer für die Größe der Maßnahmen sehr kurzen Unterbrechung wieder aufgenommen.
- Die ehemals vorhandenen Unebenheiten, speziell im östlichen Teil der Bahn 28, konnten durch den Umbau komplett ausgeglichen werden, sodass ein Ausschweben in Landerichtung 28 über einer nunmehr gleichmäßigen Oberfläche erfolgen kann.
- Hierdurch wurde dem Aspekt der Sicherheit deutlich Rechnung getragen, da auch für platzfremde Piloten der Landeanflug und das Aufsetzten auf der Piste 28 im östlichen Bereich deutlich vereinfacht wurde. Viele Gastpiloten haben uns mit Ihrem Besuch bereits für die Mühen und Kosten entlohnt, da der Ultraleichtplatz Burgebrach seit dieser Zeit auch von fremden Piloten deutlich häufiger besucht wird.
Einen besonderen Dank bei dieser Gelegenheit noch an unseren Vorstand, Herrn Dr. Günther Hart, der, angesteckt durch das Engagement aller Vereinsmitglieder während der Pistenumbauarbeiten, sofort den Bau eines neuen Flugleiterpavillons, unter sehr großem persönlichen finanziellen Engagement, für den Verein in Angriff nahm.
Es wurde auch hier durch Spenden nahezu aller Vereinsmitglieder sowie der überdurchschnittlichen Arbeitsleistung einiger Weniger, die selbst bei Sonne, Wind und Wetter unermüdlich den Bau vorantrieben, ein weiteres großes Projekt parallel/zeitnah zum Pistenumbau fertiggestellt.
Somit konnte ein weiterer Baustein zur Durchführung eines sicheren und professionellen Flugbetriebs in Burgebrach bereitgestellt werden.
Mittlerweile hat sich der neue Flugleiterpavillon am Wochenende während des Flugbetriebes zum Treffpunkt von Vereinsmitgliedern, Besuchern, Spaziergängern, aber auch einer wieder steigenden Zahl platzfremder Piloten gemausert. Zusätzlich stehen ab sofort für Gastpiloten bescheidene Übernachtungsmöglichkeiten im Flugleiterpavillon zur Verfügung.
Auch die ehemaligen schärfsten Kritiker der Projekte aus den eigenen Reihen mussten das gesamte Vorhaben mittlerweile als Erfolg für den Verein und einen deutlichen, zeitgemäßen und sicherheitstechnischen Fortschritt in die richtige Richtung anerkennen. - Besser spät als nie!
Speziell möchten wir nochmals hervorheben, dass hier durch das das beharrliche Engagement des ersten Vorstandes, Herrn Günther Hart, nicht nur die Sicherheit, sonder auch das Vereinsleben der Ultraleich-Flugsportgruppe Burgebrach deutlich gefördert werden konnte. - Chapeau!
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